Geschichte von Beuchte

Beuchte liegt am Nordfuß des Harly und ist das südlichste Dorf im Landkreis Wolfenbüttel. Seine Geschichte reicht weit über 850 Jahre zurück – vom Grab mit der Runenfibel bis zum Dorfleben von heute.

Frühzeit und Mittelalter

Beuchte vor dem Harly
6. Jh.

Die Beuchter Runenfibel

In der Lehmkuhle nahe der Oberen Schierksmühle legten Archäologen zwischen 1955 und 1960 neun Gräber frei. Im Grab einer Frau lag eine feuervergoldete Silberfibel mit zwei Runeninschriften: dem Namen „Buirso“ und der Runenreihe von f bis r. Sie gehört zu den ältesten Schriftzeugnissen Norddeutschlands und liegt heute im Braunschweigischen Landesmuseum.

1154

Klein Beuchte

Eine Urkunde des Klosters Riechenberg nennt „Luttikin Bochthe“ – ein Klein Beuchte, das es heute nicht mehr gibt. An diesen Schwesterort erinnert eines der beiden Buchenblätter im Wappen.

1174

Erste urkundliche Erwähnung

Am 2. Juni 1174 übereignet Bischof Adelog von Hildesheim die Kirche von „Bokethe“ – eine Tochterkirche von Gielde – dem Kloster Heiningen. Bokethe heißt „Buchenstätte“; über Bochede und Buchede wurde daraus Beuchte.

14. Jh.

Amt Wiedelah

Mitte des 14. Jahrhunderts gehört Beuchte zum Amt Wiedelah. Rund sieben Jahrhunderte lang ist das Dorf mit dem Hochstift Hildesheim verbunden – dessen Farben Gold und Rot stehen heute im Wappen.

1523

An Braunschweig-Wolfenbüttel

Nach der Hildesheimer Stiftsfehde kommt das Dorf mit dem Amt an Herzog Heinrich den Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel.

Neuzeit

Fachwerkhaus in Beuchte
1618–1648

Dreißigjähriger Krieg

Durchziehende Truppen setzen dem Dorf schwer zu. Der Turmaufsatz der Kirche von 1546 wird so zerschossen, dass er 1652 erneuert werden muss.

1760

Ein einziges freies Haus

Eine zeitgenössische Statistik zählt in Beuchte genau ein freies Haus – alle anderen Bewohner waren Leibeigene.

1816

Pfarrer und Grammatiker

Christian Gottlieb Broeder, Pfarrer in Beuchte, wird Superintendent. Seine Lateingrammatiken – der „große“ und der „kleine Broeder“ – lernten Schüler über Jahrzehnte. Sein Grabmal steht bis heute auf dem Kirchhof.

1837

Die heutige Kirche

Nach dem Abriss der alten Kirche entsteht 1836/37 auf ihrem Fundament ein klassizistischer Saalbau aus Bruchstein. Im Dachreiter hängen zwei Glocken: eine von 1676 und eine von 1908.

Die Dorfkirche heute
1894

Die Feuerwehr wird gegründet

Im Juli 1894 lädt Schmiedemeister Heinrich Eggeling in seine Schmiede ein – alle Bauern des Ortes kommen. Eggeling wird der erste Beuchter Brandmeister.

20. Jahrhundert

Altes Gebäude in Beuchte im Winter
1911

Großfeuer

Ein Brand zerstört einen ganzen Hof. Brandmeister Eggeling stirbt während der Löscharbeiten an einem Herzschlag.

um 1958

Das Dorfbuch

Im Arbeitskreis der Ländlichen Volkshochschule Goslar entsteht die „Beuchter Chronik“ – mit Beiträgen zur Kirche und zum Grab mit der Runenfibel.

1965

Ein neues Feuerwehrhaus

Die damals noch selbstständige Gemeinde Beuchte übergibt der Wehr ein Gerätehaus mit zwei Stellplätzen und einem Unterrichtsraum.

1974

Teil der Gemeinde Schladen

Mit der Gebietsreform wird Beuchte am 1. März Ortsteil der Gemeinde Schladen im Landkreis Wolfenbüttel.

1996

Der Bürgerverein entsteht

Aktive Beuchter gründen den Beuchter Bürgerverein. Außer der Feuerwehr gab es damals kaum Vereinsleben – und keinen Raum, in dem sich das Dorf treffen konnte.

1999

Das Wappen

Auf Anregung des Bürgervereins entwirft ein Heraldiker das Ortswappen. Am 1. März 1999, im Jahr der 825-Jahr-Feier, stimmen die Beuchter in der Kirche darüber ab.

Das Beuchter Wappen: goldene Fibel zwischen zwei Buchenblättern auf Rot

Heute

Dorfstraße in Beuchte im Sommer
2004

Dorfgemeinschaftshaus

Das Dorfgemeinschaftshaus mit der Klöndiele wird eröffnet – gefördert aus der Dorferneuerung und mit viel Eigenleistung gebaut.

2005

Die erste Erntekrone

Der Bürgerverein stellt erstmals eine Erntekrone auf dem Marktplatz auf. Maibaum und Adventskranz gehören ebenso zum Beuchter Jahr.

2008

Spitze bei der Sonnenenergie

Mit rund 250 kW Solarleistung auf etwa 360 Einwohner liegt Beuchte im niedersächsischen Ortsvergleich der Solar-Bundesliga vorn. Im selben Jahr findet der erste Hof- und Garagenflohmarkt statt.

Solardach über einem Hof in Beuchte
2013

Gemeinde Schladen-Werla

Aus der Samtgemeinde wird am 1. November die Einheitsgemeinde Schladen-Werla. Schon im Februar kommt weicheres Trinkwasser ins Dorf – nach über zehn Jahren Einsatz der Bürger.

2021

Freie Schule Beuchte

Am 1. September öffnet die Freie Schule Beuchte auf einem ehemaligen Hof an der Teichstraße.

2024

850 Jahre Beuchte

Am 31. August feiert das Dorf seine erste Erwähnung vor 850 Jahren. Im selben Sommer stellt sich der Bürgerverein mit einem neuen Vorstand komplett neu auf.

2026

30 Jahre Bürgerverein

Der Bürgerverein feiert am 29. August sein 30-jähriges Bestehen – kurz darauf geht die neue Dorf-Website online.

Du hast alte Fotos, Postkarten oder Dokumente aus Beuchte? Die Ortsheimatpflege freut sich darüber – schreib uns an info@beuchte-bv.de.

Quellen: frühere beuchte.de (u. a. Texte des früheren Ortsheimatpflegers), Gemeinde Schladen-Werla, Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover (1902/1937), Wikipedia, Berichte der Goslarschen Zeitung.